Walter Storms
In Tim Freiwalds Arbeitsprozess ergibt sich ein Schritt aus dem Vorherigen. Ausgehend von einem klassischen Tafelbild als Bezugspunkt demontiert er die Bildfläche, um sie dann nach und nach, ähnlich der Technik einer Intarsie wieder aufzubauen. Zum Einsatz kommen unterschiedlichste Werkstoffe, neben Acrylfarbe und Pigment auch Lack, Harz, Leder, Holz, Aluminium und verschiedenen Kunststoffe. Durch die plastische Überlagerung der Farb- und Materialschichten wird die Wahrnehmung der Oberfläche vielfach gebrochen und das Wechselspiel zwischen Figur und Grund in Gang gesetzt. Besonders widmet sich Tim Freiwald in seinen neuen Bildern dem Thema Material und Oberfläche.

Die Bilder der letzten Jahre basieren auf wenigen Motiven, die stetig weiterentwickelt werden und sich in immer neuen Stadien zum eigenständigen Bild konkretisieren. Motivfindung betreibt Tim Freiwald häufig digital. Ausgehend davon beginnt der Prozess der Bildkonstruktion, der ja vielmehr eine Dekonstruktion ist, die Übersetzung in Material.
Die kompakte Physis der Bilder steht stets in Spannung zum fragilen Gefüge innerhalb des Bildes. "Ich will die Bilder physisch kurz vor dem Zusammenbruch, so dass sie nur durch malerische Anziehungskräfte an Stabilität gewinnen."

Bereits während seines Studiums, das er als Meisterschüler von Thomas Scheibitz 2014 abgeschlossen hat, erhielt Tim Freiwald zahlreiche Preise und Stipendien. Zuletzt wurden seine Bilder in der Ausstellung "Tiefe Nach Außen" 2016 in der Galerie der Künstler, München gezeigt.